Ein dysfunktionaler Ballungsraum in den Wolken
Die Videoarbeit „Wolkenkuckucksheim“ ist 2024 ursprünglich aus einem 3D-Modell entstanden. In dieser Arbeit spielt Lutz Wiedemann mit widersprüchlichen Setzungen und erschafft eine virtuelle und fiktionale Welt.
Willkommen in der skurrilen Welt von „Wolkenkuckucksheim“ – einem dysfunktionalen Ballungsraum in den Wolken, wo die Gravitationsgesetze und die Logik ihre Bedeutung verloren haben.
Eine utopische Enklave jenseits der Erdenschwere
Die Formen sind vertraut. Zwischen den Wolken schwebt eindeutig eine Siedlung aus ringförmig angeordneten Einfamilienhäusern. Doch drei dieser identischen Häuser sind jeweils, siamesischen Drillingen gleich, an ihren Dächern miteinander verschmolzen. Wo sich der Boden befinden sollte, ist nichts, auf dem sie stehen könnten. Jeder der sechs rotierenden Hausringe der Siedung besteht aus jeweils sechs dieser Haus-Triplets.
108 mal die Idee eines Hauses – das ist Wolkenkuckucksheim. Ein Ort aus 108 Luftschlössern, die umeinander kreisen, menschenleer und dysfunktional, da er bodenlos in den Wolken schwebt.
Offenbar ist es unserer Welt mit ihren physikalischen Grenzen enthoben. Und es erinnert uns an Habitatringe aus Science-Fiction-Filmen. Aus diesem Grund und wegen der prototypischen Idealform der Häuser, akzeptieren wir Wolkenkuckucksheim widerspruchslos als Siedlung.
Je nach Bezugspunkt und Aufenthalt unterlägen die Bewohner Schwerelosigkeit oder Gravitation, oben kann unten sein. Die Frage nach dem Innen und Außen ist belanglos. Und kaum hat man sich auf das seltsame Gedankenspiel eingelassen, beginnt man sich zu fragen, welche Bewohner diese seltsame Anhäufung idealtypischer aber funktionsloser Behausungen wohl haben könnte. Wer es gebaut haben könnte und warum …
Videoarbeit „Wolkenkuckucksheim“ mit Musik von Lutz Wiedemann
Die 2024 aus einem 3D-Modell entstandene grafisch-künstlerische Videoarbeit „Wolkenkuckucksheim“ von Lutz Wiedemann spielt mit widersprüchlichen Setzungen und erschafft eine virtuelle und fiktionale Welt. Einen Raum in der Kunst für seltsame Geschichten und Utopien.
Weitere Videoarbeiten von Lutz Wiedemann finden Sie auf folgender Website: https://grafische-animation-filme.de
Funktionslosigkeit als essentielles Prinzip der Kunst
Trotz der Dysfunktionalität seiner Konstellation strahlt „Wolkenkuckucksheim“ eine eigenartige Schönheit aus – eine Schönheit, die in der Freiheit liegt, die Grenzen des Faktischen zu überschreiten. Darin, in eine Zwischenwelt einzutauchen und einen Moment lang Funktionslosigkeit als übergeordnetes Prinzip (der Kunst) zu akzeptieren und zu feiern.
Eintauchen in die Tiefen der Fantasie
Die Videoarbeit „Wolkenkuckucksheim“ lädt uns ein, die Zwänge des Nützlichen gedanklich abzustreifen und uns auf eine Reise in die Weiten der Utopie zu begeben. Es ist eine Lobgesang auf die Kreativität und an die Fähigkeit des Menschen, selbst in den absurdesten Situationen Schönheit und Sinn zu finden. Willkommen in dieser Welt jenseits der Konventionen – willkommen in „Wolkenkuckucksheim“.
#Videokunst #3D Modell #Moderne Grafik
Losen Enden & fun facts:
Wolkenkuckucksheim: Nach Wikipedia eine Lehnübersetzung einer griechischen Bezeichnung, stammend aus der Komödie Die Vögel von Aristophanes.
Diegese: nicht die Geschichte, sondern das Universum, in dem sie spielt…